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Warum ich keinen cleanen Instagram Feed mehr habe

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Eine Hassliebe. Instagram und ich. Heute muss ich Euch ein Geständnis machen: Ich bin genervt...

Was einst so viel Spaß gemacht hat, hat mir vor geraumer Zeit wirklich ein Stück Lebensfreude genommen. Bitte einen Moment innehalten für den dramatischen Effekt…. Nein, Spaß beiseite! Es mag vielleicht verrückt klingen, und zugegeben komme ich mir etwas bescheuert vor, das auch so auszusprechen, aber ich bin mir sicher, jedem Blogger oder überhaupt jeder, der auf Instagram aktiv ist, hatte diese Phase: Die Fixiertheit auf die Likes. Immer mehr, immer weiter, und auf einmal merkt man, wie es stagniert, nicht mehr voran geht oder vielleicht sogar stark abnimmt. Und das ist der Moment, wo man beginnt, sich Gedanken zu machen. Mache ich irgendwas falsch? Wieso „entfolgen“ mir so viele? Was ist passiert? Eine Blase, die mich verschluckt hatte. Hatte, denn heute kann ich sagen, dass ich das ganze nur noch gelassen sehe. Warum? Dazu an späterer Stelle mehr!

Weiße Sneakers, eine Müslischale, das „How to be Parisian“ Buch neben einer, wie sollte es auch anders sein, weißen Kaffeetasse. Ein ungemachtes Bett, am Rande noch zwei perfekt gebräunte Beine, von denen man auch oft mit aufgetragenem Bodyscrub überall erschlagen wurde.  Alles clean, alles perfekt kompositioniert. 1000 Mal gesehen und schon 1000 Mal geliked. Ja, auch ich gehörte zu den Instagrammern, die durch ihren Sinn für Ästhetik einen c l e a n e n Instagram Feed kreiert hatten. Jedes Bild 8 mal bearbeitet, bis es in den ach so perfekten Feed passte.  Aber warum? Unsere eigene kleine reine Welt. Perfekt ausgeleuchtet, aufgeräumt, ein kompositioniertes Gleichgewicht. Perfekt für Kontrollfreaks. Der Kontrast zu unserer realen Welt, die alles andere als „clean“ und perfekt ist. Unsere kleine heile Instagram-Welt. Das Essen gab nicht die richtigen Farben her? Also wurde es auch nicht gepostet. Ob der Abend mit Freunden wundervoll war? Ja, aber es passte halt nicht in den Feed. Irgendwie bescheuert, oder?

Soll ich Euch was sagen? Mein Bett sieht morgens NIE so aus, und auch meine Essen macht eher den Eindruck, als hätte man alles in einem Topf zusammengeschüttet. So eine Müslikomposition habe ich 1 Mal versucht und es ist kläglich gescheitert. Zudem hat es auch nicht geschmeckt und auch der Latte-Machhiato Trenneffekt überlebt bei mir nur 0,01 Sek. bevor ich denn Kaffee in mich aufsauge, wie eine Mücke, die an einer Kuh klebt.

Warum ich keinen cleanen Instagram-Feed mehr habe? Weil mein leben bunt ist, und das ist auch gut so!

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Wieso ziehen wir freiwillig die Farbe aus unserem Leben? Eine Frage, die ich mir dann ganz oft gestellt hatte! Alles wirkt so trist, zu rein und farblos. Und als ich das so für mich festgestellt hatte, habe ich mich entschieden, das zu ändern. Und oh Wunder, seitdem schrumpfte meine Followerzahl. Am Anfang hat mich das wirklich beschäftigt. Ich hatte sogar so eine App, wo man sehen konnte, wer einem folgt und entfolgt. Total bescheuert! Mittlerweile frage ich mich, wieso ich mir diesen Druck gemacht habe? Weil es einem so vorgemacht wird! ‚Du brauchst eine große Zahl, denn nur dann hast du Erfolg!‘

Überall höre und lese ich nur Reichweite, Likes… Ich kann es nicht mehr hören. Was bringt mir ein „Influencer“ mit 500k Followern, der aber, in meinen Augen, keinen Sinn für Ästhetik hat und nur „Schrott“ bewirbt? Sorry, aber egal ob 500 oder 500000 Follower, es ist doch eine Frage der Persönlichkeit und die ist nicht an eine Zahl gekoppelt. Zudem stellt sich auch niemand die Frage, was das für Follower sind und woher sie kommen. Denn in der heutigen Zeit, wo man sich sogar welche kaufen kann, frage ich mich, was diese Zahl überhaupt noch bedeuten soll.

Was sagt sie aus? Dass die Person mit 500k besser sein soll, als eine mit 50k oder gar 500? Wohl kaum. Und auch da geht meine Kritik auch ganz klar an die Unternehmen! Ich verstehe durchaus, dass es aus wirtschaftlicher Sicht rentabler scheint, seine Reichweite mit Leuten zu erweitern, die viele Follower haben, dennoch sollte sich eine Marke gut überlegen, durch wen sie sich präsentiert. Ich habe mein Interesse an bestimmten Marken schon verloren, da sie meiner Meinung nach nur „reichweitengeil“ sind, was sehr schade ist. Ganz oft sehe ich Influencer, wo ich mich frage: Diese Marke und du? Passt ja mal Null. Und umso mehr lobe ich es mir, wenn sich Firmen Leute raussuchen, die einfach super gut passen, die vielleicht keine 400k Follower haben, aber dafür etwas wundervolles kreieren und mit der Marke ein tolles Konzept erschaffen, weil sie ihre Arbeit schätzen und nicht ihre Zahl an Followern. Ein kleines Beispiel: Aus Bekanntenkreisen weiß ich, dass jemand mit sehr sehr vielen Followern einer Marke nur sehr wenig Sales generiert hat. Wo hingegen jemand, der eine nichtmal halb so große Reichweite hatte, das 6-fache davon geschafft.

Also liebe Unternehmen: Eigentlich sollte das Prinzip ja simpel sein, sucht Euch jemanden, der zu Eurer Unternehmenphilosophie passt und seid bitte nicht, wie sagt man so schön? Geblendet von Zahlen. Denn das bringt oft nur mittelmäßigen Erfolg und die Authentizität geht flöten.

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Es geht nicht nur mir so, wir lassen uns von diesen Dingen viel zu sehr unter Druck setzen. Wir sollten uns erinnern, wieso wir mit Instagram und einem Blog angefangen haben. Und das hatte, zumindest bei mir und ich bin mir sicher bei den meisten anderen auch, absolut nichts mit irgendwelchen Unternehmen oder einem Followerwahn zu tun. Wir haben es gemacht, weil wir für UNS und für die Leute, die uns täglich schreiben (auch wenn es nur eine einzige Person ist), etwas erschaffen und uns persönlich ausdrücken wollten. Der Spaß stand im Fokus! So muss das auch bleiben! Nach zahlreichen Gesprächen mit „Kollegen“, die genau das gleiche  Problem hatten, wurde mir das immer mehr bewusst! Erinnert Euch daran, warum wir angefangen haben und nicht frustrieren, wenn es mal nicht so läuft, wie vorgestellt. Vergesst nicht, für wen ihr das letztendlich macht. Nämlich für Euch. Und solange es Euch gefällt und Ihr es gut findet, bleibt dabei und lasst Euch nicht beeinflussen.

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6 Responses
  • Anie
    12/23/2016

    Hey Roya,

    toller Post! Sowas liest man selten. Ich finde deine Fotos und deinen Look klasse! Dein Feed ist verspielt und cool.
    Ich mache mich da auch manchmal so fertig, dass ich am liebsten mein Handy in die Tonne werfen würde. Aber gleichzeitig liebe ich Gestaltung, Fotografie und Mode. Ich habe erst vor paar Tagen mit einem Blog angefangen und merke jetzt erst wie viel Arbeit dahinter steckt. Und ich kenne mich mit vielem noch gar nicht so aus. Also Hut ab für deine lockeren, kreativen Posts! :)

    Liebe Grüße,
    Anie von neverendingromance.de

    • Roya
      12/23/2016

      Vielen Dank liebe Anie! Wie toll, dass Du auch angefangen hast. Ich wünsche Dir alles Gute für die Zukunft! Liebe Grüße und schöne Weihnachten!
      Roya

  • Petra
    07/01/2016

    Ehrliche Worte. Klar und deutlich geschrieben ohne schönreden. Hut ab dass Du so mutig Deine Meinung vertrittst, auch auf die Gefahr hin dass sich einige Follower von Dir abwenden. Du hast sehr treffend einigen Bloggern, Unternehmen und Followern einen Spiegel vorgehalten. Ich warte mit Spannung auf Deinen nächsten Artikel und freue mich schon jetzt auf die bunten Farben.

  • Lara
    07/01/2016

    Ich finde deinen Post sowas von wahr und toll! Respekt, dass du so offen bist, das gefällt mir und ist sehr sympathisch. Mach weiter so! Ich liebe dein Instagram und deinen Style, vor allem, weil du nicht nur die superteuren gesponserten Sachen trägst, sondern einfach weißt, was Style bedeutet! Ganz viel Liebe !

  • Annie
    06/15/2016

    Ein super ehrlicher Post
    ich finde es klasse das du so denkst und schreibst. Da sieht man das du die Menschlichkeit und den Spaß an deiner Arbeit nicht verloren hast Einfach klasse … Danke für die aufmunternden Worte ❤️
    Hut ab und weiter so liebe Roya

    • Roya
      06/15/2016

      Vielen herzlichen Dank für die lieben Worte! Ich werde weitermachen, versprochen :)
      <3

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